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Gegenwart ist ohne Vergangenheit nicht denkbar. Insbesondere das urbane Leben ist gekennzeichnet von ständigen Bezügen zur Vergangenheit und zum Vergänglichen. Harry Leitner widmet sich intensiv dem städtischen Lebensraum und stößt in dieser Auseinandersetzung laufend auf derlei Bezüge. Die Melancholie in der Hektik, das Kurzlebige im Alltäglichen tritt im Zuge der Betrachtung seines umfangreichen fotografischen Oeuvres zutage. Weitgehend unbeeindruckt von technischen Details und fotografischen Konventionen gelingt durch die Erstellung umfangreicher Serien zu nur auf dem ersten Blick unzusammenhängenden Themenblöcken die Bildwerdung der komplexen aber niemals didaktisch anmutenden Gedankenkonstrukte, die die Grundlage seines fotografischen Schaffens bilden. Harry Leitner tastet mit seiner Kamera Aspekte der Umwelt ab, lässt uns an seiner Realität teilhaben, um gleichzeitig mit seinen Bildern eine Bereicherung der eigenen Betrachtung des städtischen Lebensraumes zu provozieren.
Die ungezügelte Erfassung der Umgebung mit Hilfe der Kamera legt den Vergleich mit der Arbeitsweise Garry Winogrands nahe. Für Harry Leitner ist das Bild jedoch nicht das eigentliche Endprodukt, vielmehr tritt es in der Masse weitgehend in den Hintergrund. Die Aufnahmen legen ein gedankliches Konstrukt frei, der Blick bleibt nicht an den Fotografien hängen. Die ästhetische Qualität der Bilder verdeckt nicht die inhaltlichen Schwerpunkte, sondern fordert zur Auseinandersetzung mit grundlegenden Themen wie Leben und Tod, Gegenwart - Vergangenheit - Zukunft auf.
Klaus Bock 2009